Das doppelte Wesen der echten Kabbala
Die unbekannte Exegesemethode der tannaitischen Kabbala
Zunächst zur Exegese-Methode. Im voluminösen „Katechismus der Katholischen Kirche“ (816 Seiten, hier: Seite 66f.) heisst es: „Nach einer alten Überlieferung ist der Sinn der Schrift ein doppelter: der wörtliche Sinn und der geistliche Sinn. Dieser letztere kann ein allegorischer, ein moralischer und ein anagogischer Sinn sein. Die tiefe Übereinstimmung [?] dieser vier Sinngehalte sichert der lebendigen Lesung der Schrift in der Kirche ihren ganzen Reichtum [?] … Der anagogische Sinn: Wir können Wirklichkeiten und Ereignisse in ihrer ewigen Bedeutung sehen, die uns zur ewigen Heimat hinaufführt [griechisch: ‚anagogé’].“ Mein Kommentar: Mit „einer alten Überlieferung“ sind, was der Katechismus verschweigt, die vier hermeneutischen Regeln gemeint, die die jüdischen Schriftgelehrten seit jeher unterscheiden:
Katechismus der katholischen Kirche |
"Nach einer alten Überlieferung" Die vier hermeneutischen Regeln des Judentums |
|||||
4 | anagogisch | = | m y s t i s c h | S | SWD | "Sod"* |
3 | moralisch | = | homiletisch | D | DRSh | "Derasch" |
2 | allegorisch | = | allegorisch | R | RMZ | "Remes" |
1 | wörtlich | = | wörtlich/historisch | P | PShT | "Peschat" |
Die Anfangsbuchstaben der vier hebräischen Wörter ergeben die Abbreviatur PRDS mit der Bedeutung "Park, Baumgarten". Doch darin wachsen verschiedenartige Bäume: Die drei ersten Auslegungsarten entsprechen der "ekstatischen Kabbala", die dem Exegeten einen sehr breiten Rahmen für willkürliche, subjektive Auslegung schafft. Nur die vierte, die mystische Exegese-Methode, hebräisch als "Sod"* (= Geheimnis) bezeichnet, ist objektiv und wissenschaftlich, da sie von jedermann nachvollzogen werden kann. Dabei handelt es sich um ein anderes Wort für hebräisch QBLH "Kabbala". Der "anagogische Schriftsinn" ist zwar im Katechismus richtig erklärt, kann aber im Christentum nicht nachvollzogen werden, da er die hebräische oder aramäische Schrift voraussetzt. Für die katholischen Priester ist dies somit ein weiterer Bereich, in dem er Willkürmacht ausüben kann.
Das absolute Geheimwissen der "Kabbala"
Die nachfolgenden Ausführungen sind auch für mich neu. Sie ergaben sich, als ich am 7.8.2008 via Google die Themen "Kabbala" und "Kabbala-Akademie" im Internet studierte und plötzlich die Idee hatte, das Thema "Kabbala" völlig neu zu beschreiben. Es fiel mir wie eine reife Frucht in die Hände.
Das absolute Geheimwissen der "Kabbala" befindet sich ausschliesslich und umfassend im hebräischen Alten Testament. Dieses wird "Tanach" ThNK genannt, was eine Abbreviatur der drei Schriftensammlungen
- ThWRH "Tora" = "Gesetz" = 5 Bücher (Fünfbuch Moses, Pentateuch),
- NBJAJM "Nevi'im" = "Propheten" = 8 Bücher, und
- KThWBJM "Ketuvim" = "Hagiographen" = 11 Bücher
ist. Das sind die 24 kanonisierten Bücher des hebräischen Alten Testaments, von denen es in der jüdischen Überlieferung heisst: "Wer mehr als 24 Bücher aufnimmt, nimmt Verwirrung auf in seinem Hause." [Buhl 5].
Um nun herauszufinden, wo sich in dem jüdischen Kanon der Heiligen Schrift das absolute Geheimwissen der "Kabbala" verbirgt, muss man das soeben bereits zitierte, aus dem vorletzten Jahrhundert stammende Buch von Frants Buhl, "Kanon und Text des Alten Testaments" (Leipzig 1891) besitzen, denn nur dort habe ich folgende ganz zentrale Aussage gefunden: "Die ganze Sammlung führt den Namen MQRA [Mikra] ... oder KThBJ HQDSh [Kitvé há-Kodesch] 'die heiligen Schriften'. Als Gegensatz zum 'Gesetz', dem fundamentalen, an sich als genügend betrachteten Teile, wird das Übrige bisweilen unter dem Namen QBLH [Kabbala] 'Überlieferung' ... zusammengefasst." [Buhl 5].
Meine kabbalistische Deutung: Mit "Kabbala" wird das "Übrige" neben dem "Gesetz" ThWRH (Tora = 4 Konsonanten) bezeichnet, also die "Propheten" NBJAJM (6 Konsoanten) und die "Hagiographen" KThWBJM (6 Konsonanten). Die "Propheten" und die "Hagiographen" ergeben zusammen 6 + 6 = 12 Konsonanten. Das entspricht dem Tageskreis der Sonne mit seinen vier Zeiträumen (Morgenröte, Vormittag, Nachmittag, Nacht) und den "vier Ecken der Welt" (Silberstreifen am Horizont, Sonnenaufgang, Zenit/Mittag, Untergang der Sonne), die jeweils eine Alternative (minus/plus) darstellen. Das "Gesetz" entspricht dann der Mitte dieses Kreises, also dem individuellen Bewusstsein, das in der Lage ist, vier grundverschiedene Luftqualitäten im Tageskreis der Sonne zu unterscheiden und sein Leben danach auszurichten. Aus dieser Sicht sind die "Propheten" und "Hagiographen" sogar wichtiger als die "Tora", da sie das allgemeine Abbild sind für die absoluten kosmischen Gesetze im Tageskreis der Sonne. Sie stellen die weithin unbekannte dritte Tora dar neben der schriftlichen Tora des Moses ("Pentateuch") und der mündlichen Tora, dem Talmud, nämlich die "Tora mi-schamajim", die "Tora vom Himmel" mit ihrem supranaturalen, das heisst auch "absoluten", Ursprung. Durch deren Aufdeckung werden der Pentateuch und der Talmud in Gänze überflüssig und hinfällig.
Damit wird noch eine weitere überraschende Zuordnung möglich: Das "Buch des Glanzes", der "Sohar", das Heilige Buch der "ekstatischen" Kabbala, ist eine mystische Verbrämung der Prophetenbücher des hebräischen Alten Testaments. Und das "Buch der Schöpfung", "Sefer ha-Jetsira", ist eine Verrätselung der "Sonstigen Schriften" ("Ketuvim") des hebräischen Alten Testaments.
Die Auflösung in hebräische Abbreviaturen
Wenn man nun die 12 Konsonanten dem Tageskreis und die 4 Konsonanten des "Gesetzes" der Mitte im Grundmuster des Geistes zuordnet, ergeben sich pro Feld keine Aussagen. Deshalb habe ich das hebräische Konsonantengerüst der drei Wörter als hebräische Abbreviaturen gedeutet und nach entsprechenden Auflösungen [alle Ashkenazi] gesucht. Die gefundenen Wörter wurden dann kabbalistisch bewertet, so dass sich folgendes Bild ergibt:
Hebräisch | Deutsch | Z | Sofit | AW | VW | TW | GW | |
N | NPShW | Seine Seele | 4 | id. | 436 | 123 | 559 | 926 |
B | BChJJW | mit Seinem Leben | 5 | id. | 36 | 846 | 882 | 2638 |
J | JBRK | ist Sein Segen | 4 | 712 | 232 | 810 | 1042 | 2375 |
(Silberstreifen und Morgenröte) | 13 | 1184 | 704 | 1779 | 2483 | 5939 | ||
A | AWR | Das Licht | 3 | id. | 207 | 426 | 633 | 1180 |
J | JQRWTh | der Edlen | 5 | id. | 716 | 418 | 1134 | 2077 |
M | MChZWR | ist Regeneration | 5 | id. | 261 | 826 | 1087 | 2111 |
(Sonnenaufgang und Vormittag) | 13 | 1184 | 1184 | 1670 | 2854 | 5368 | ||
NBJAJM "P r o p h e t e n" | 26 | 2368 | 1888 | 3449 | 5337 | 11307 | ||
K | KThR | Die Krone | 3 | id. | 620 | 396 | 1016 | 1489 |
Th | ThWRH | des Gesetzes | 4 | id. | 611 | 323 | 934 | 1449 |
W | WW | und der "Nagel" | 2 | id. | 12 | 12 | 24 | 48 |
(Zenit/Mittag und Nachmittag) | 9 | 1243 | 1243 | 731 | 1974 | 2986 | ||
B | BJTh | Das Haus | 3 | id. | 412 | 426 | 838 | 1722 |
J | JShRAL | Israels | 5 | id. | 541 | 534 | 1075 | 2696 |
M | MQWM | ist der "Raum" | 4 | 746 | 186 | 172 | 358 | 823 |
(Untergang der Sonne und Nacht) | 12 | 1699 | 1139 | 1132 | 2271 | 5041 | ||
KThWBJM "H a g i o g r a p h e n" | 21 | 2942 | 2382 | 1863 | 4245 | 8027 | ||
= QBLH "K a b b a l a" = TAGESKREIS | 47 | 5310 | 4270 | 5312 | 9582 | 19334 | ||
Th | ThBNH | Du erbaust (Morgenröte) | 4 | id. | 457 | 473 | 930 | 1597 |
W | WThKWNN | und du justierst (Vormittag) | 6 | 1182 | 532 | 210 | 742 | 1095 |
(Zeit des JHWH, des Ewigen) | 10 | 1639 | 989 | 683 | 1672 | 2692 | ||
R | RASh | Der Anfang (Nachmittag) | 3 | id. | 501 | 480 | 981 | 1642 |
H | HShNH | Der Schlaf (Nacht) | 4 | id. | 360 | 118 | 478 | 944 |
(Zeit der Elohim, der Götzen) | 7 | 861 | 861 | 598 | 1459 | 2586 | ||
ThWRH "G e s e t z" = Individuelles Bewusstsein | 17 | 2500 | 1850 | 1281 | 3131 | 5278 | ||
Das hebräische Alte Testament = 24 Bücher | 64 | 7810 | 6120 | 6593 | 12713 | 24612 | ||
ShRBJT HZHB | Goldener Szepter | 9 | id. | 540 | 1672 | 2212 | 4790 | |
T o t a l T a b e l l e | 73 | 8350 | 6660 | 8265 | 14925 | 29402 |
Z = Anzahl Konsonanten; Sofit = Wort mit den Endbuchstaben K, M, N, P oder Ts, die einen anderen, wesentlich höheren Buchstabenwert haben. AW = Äusserer Wert; VW = Verborgener Wert; TW = Totaler Wert; GW = Grosser Wert.
Bis zur drittletzten Zeile beziehen sich die Ergebnisse auf die kabbalistische Auswertung der drei Schriftensammlungen des hebräischen Alten Testaments. Dann füge ich - kabbalistisch ermittelt - ein Wort ein, das alles zusammenfasst: Die Übergabe des "Goldenen Szepters" von den Juden und der sich dahinter verbergenden Willkürmacht an die Menschheit, an das Individuum. Das Ergebnis muss nicht zwingend der Weisheit letzter Schluss sein, da sich auch andere Auflösungen der Abbreviaturen anbieten. Doch die Summenzahlen und ihre Gematria legen die Vermutung nahe, dass hier bereits beim ersten Durchgang die richtigen Wörter gefunden wurden.
Ausgewählte Gematria zur Tabelle
Die Regel der Gematria ist eines der bedeutsamsten Forschungsinstrumente der tannaitischen Kabbala. Sie besagt, dass alle hebräischen Wörter und Sequenzen mit demselben Wortwert miteinander verwandt sind, sich gegenseitig erklären und gegebenenfalls sogar ausgetauscht werden können. Das besagt aber auch, dass die auf der hebräischen Konsonantenschrift basierende Sprache das strengste und durchdachteste System ist, das die Welt kennt.
Die Gematria der obigen Tabelle kann aus Platzgründen nur für die drei farbig markierten Summenzeilen und für die Schlusszeile ausgeführt werden:
TAGESKREIS: 47 = AWM "Eigentliches, Wesentliches". 531-0 = RPWRMH "Reform"; KWShRH "Glück, Gedeihen". 427-0 = MAWR-PNJM "das von Gott ausgestrahlte Licht" (Ps 90,8). 5312 = 32 x 166, das heisst: 32 = Die 32 Wege der Kabbala; LB "Herz"; 166 = YLJWN "der Höchste", MYWN "von Gottes Wohnung", YJNJ JHWH "die Augen des Ewigen". 9582 = 6 x 1597 = ShWShNTh JShRAL "die Rose Israels". 19334 = 14 x 1381 = A"L = ADM LMQWM "der Mensch des Heiligtums".
INDIVIDUELLES BEWUSSTSEIN: 17 = ChWG "einen Kreis beschreiben, abzirkeln". 2500 = 50 hoch 2 = die 50 Tore der Kabbala. 185-0 = TsPJH "Beobachtung". 1281 = S"Th = SThRJ ThWRH "meine verborgene Tora". 3131 = 31 x 101, das heisst: 31 = AL "Gott" oder "Nichts"; 101 = MLWKH "Jahwes Herrschaft" oder AKP "Druck, Last". 5278 = 14 x 377 = MZWN RWChNJ "geistige Nahrung"; ShBYH "Sättigung"; JWMA DKPWRJ aram. "Versöhnungstag, Jom Kippur".
GRUNDMUSTER DES GEISTES: 64 = DJN "Gesetz, Gericht, Richter". 781-0 = ShNWJ MYShH "Wiederholung/Änderung des Schöpfungswerkes". 612-0 = BRJTh "Bund" (Testament). MDJNTh-ChQ "Rechtsstaat". 6593 = 19 x 347 = BChJJM ARWKJM "in einem langen Leben". 12713 = Primzahl. 24612 = 84 x 293, das heisst: 84 = YWGH "Kreis, Brotkuchen"; 293 = SWD HBRJAH "Geheimnis der Schöpfung".
TOTAL TABELLE: 73 = ChKMH "Weisheit"; GML "vollenden". 835-0 = DRK ThWRH "der Weg des Gesetzes (Tora)". 666-0 = ThWRNJ "die Tora betreffend". 8265 = 15 x 551 = YMWD HThWK "die Seele des Ganzen". 14925 = 75 x 199 = TsDQH "Gerechtigkeit"; TsWWJ MChLT "Kategorischer Imperativ". 29402 = 122 x 241 = BBYL QBLH "mit dem Meister der Kabbala"; DRK TWB "ein guter Weg".
Das Grundmuster des Geistes
Dieses Schema habe ich Ende 2004 im Zusammenhang mit meinen Forschungsarbeiten zur Pyramide aufgedeckt. Es ist der im SATURN-Quadrat 3 x 3 = 9 Felder dargestellte Tageskreis der Sonne mit dem individuellen Bewusstsein in der Mitte. Der Tageskreis umfasst 4 Tageszeiten mit grundverschiedenen Luftqualitäten: Morgenröte 1 h (Phospor-Atmung/Melancholiker), Vormittag 6 h (Lebenskraft-Atmung/Sanguiniker), Nachmittag 6 h (Nitratatmung/Choleriker) und Nacht 11 h (Gärungsstoffwechsel/Phlegmatiker), sowie "die vier Ecken der Welt", den Zeitpunkten, die jeweils alternativ besetzt sind: Silberstreifen am Horizont (-/+), Sonnenaufgang (-/+), Zenit/Mittag (-/+) und Untergang der Sonne (-/+). Auf diese Weise entsteht ein "Kreis" mit 12 Feldern, dem auch die 12 Monate des Jahres, der Tierkreis der Astrologie und beispielsweise die 12 Stämme Israels entsprechen. Durch die Aufdeckung der Zusammenhänge heben sich an den Ecken die Alternativen auf und verschmelzen jeweils zu einer Einheit.
Silberstreifen trocken - / feucht + Neues Testament 2. B - BChJJW 1. N - NPShW |
13. Th MORGENRÖTE 1 h Phosphor-Atmung Melancholiker CHRISTENTUM 3. J - JBRK |
Sonnenaufgang kalt - / warm + Koran 4. A - AWR 5. J - JQRWTh |
16. H NACHT 11 h Gärungsstoffwechsel Phlegmatiker JUDENTUM 12. M - MQWM |
TAGESKREIS 24 h Individuelles Bewusstsein Der unwissende Gläubige 13. Th - ThBNH = Morgenröte 14. W - WThKWNN = Vormittag 15. R - RASh = Nachmittag 16. H - HShNH = Nacht |
14. W VORMITTAG 6 h Lebenskraft-Atmung Sanguiniker ISLAM 6. M - MChZWR |
Untergang der Sonne warm - / kalt Altes Testament 11. J - JShRAL 10. B - BJTh |
15. R NACHMITTAG 6 h Nitrat-Atmung Choleriker RABBINERTUM 9. W - WW |
Zenit / Mittag feucht - / trocken + Babylonischer Talmud 7. K - KThR 8. Th - ThWRH |
Von 1-6 ist die Zeit des JHWH ("Jahwe"), des kosmischen Ewigen, der seinen Höhepunkt im sauerstoffdurchtränkten Vormittag findet. Von 7-12 ist die Zeit der Elohim, der Götzen, von der seit 6000 Jahren die Hochkulturen und Hochreligionen ausgehen.
In Schrägschrift wurden deshalb noch die drei Heiligen Bücher und die zugehörigen Religionen von Judentum, Christentum und Islam sowie als Ursprung von diesen der Babylonische Talmud und das Rabbinertum hinzugefügt. Auf diese Weise wird auch demonstriert, wie grundlegend das Grundmuster des Geistes für alle nur erdenklichen Phänomene der Menschheitskultur ist.